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Die Kuhherde

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Nächtlicher Ausflug der Kühe

von/ durch Hof Kasteln am Mai 27 2026
Hinter dem Berg haben wir eine Weide, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Wenn die Dämmerung hereinbricht, hüpfen Rehe durchs Gras, Wildschweine treiben Unfug und man hört den Kauz rufen. Nur eines mögen die Wildtiere nicht: die Elektrozäune, die wir Bauern im Frühling aufstellen. Wir vermuten, dass die Rehe die Zäune nicht sehen können und trotz den Hindernissen versuchen auf ihren gewohnten Wegen entlang zu gehen. Dabei kommt es vor, dass sie das Zaunband zerreissen. Die entstandene Lücke bleibt unseren Kühen nicht verborgen. Neugierig untersuchen sie die Öffnung und manchmal entscheiden sie zu bleiben und, manchmal wird daraus ein Ausflug ins Unbekannte. So geschah es im vergangenen Monat: um 21 Uhr riefen uns gleichzeitig 6 Personen an: unsere Kuhherde sei unterwegs zur Hauptstrasse in Thalheim. Wir fanden die Kühe schnell, zum Glück nicht auf der Strasse, aber im Getreidefeld daneben. Leonard hatte geistesgegenwärtig eine Rolle Zaunschnur mitgenommen, die wir in den Händen zwischen uns spannten. So entstand ein mobiler Zaun, mit dem wir die Herde Richtung Oberflachs treiben konnten. Doch der Weg blieb heikel. Die Tiere kamen der Tempo-80-Strasse immer näher. Zwei Autofahrer hielten spontan an und halfen mit: einer bei den Tieren, einer regelte den Verkehr. Dank dieser Unterstützung kamen alle unverletzt bei der Bushaltestelle Kasteln an, wo wir endlich die Hauptstrasse verlassen konnten. Ab dort war offensichtlich, dass die Kühe den Weg wieder kannten – und Mensch und Tier waren sich einig: ab in den vertrauten Stall. Am Ende ging alles gut aus - und einmal mehr zeigt sich, wie hilfsbereit die Menschen auf dem Lande sind. Dafür möchten wir uns bei allen Helfenden herzlich bedanken.
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Unsere Leitkuh

von/ durch Hof Kasteln am Mai 04 2026
Wildfang – die wahre Chefin im Stall Wer unseren Stall betritt, dem fällt meist zuerst unser Muni ins Auge. Inzwischen bringt er wohl über eine Tonne auf die Waage und man könnte meinen, er sei der Chef in der Herde. Das stimmt aber nicht wirklich. Denn auch wenn er stärker ist als alle anderen und sich gewisse Freiheiten nimmt, den Ton gibt eine andere an: unsere Leitkuh Wildfang. Ihren Namen hat sie nicht ohne Grund. Wildfang kam auf der Weide zur Welt – und verschwand kurz darauf im Maisfeld des Nachbars. Erst ein paar Tage später wurde erst bemerkt, dass sie schon geboren war. Zwischendurch tauchte sie  kurz bei ihrer Mutter auf, um zu trinken, und war dann wieder weg. Schon damals hatte sie ihren eigenen Kopf. Wildfang ist keine, die sich in den Vordergrund drängt. Im Gegenteil – sie wirkt ruhig, fast zurückhaltend. Wer sie aber näher kennt, weiss: Sie entscheidet. Und die anderen folgen. Wenn es auf eine neue Weide geht oder zurück in den Stall, ist sie die Erste, die losläuft und die ganze Herde setzt sich in Bewegung. Auch beim Fressen und Ruhen gibt sie den Takt vor. Im Stall hat sie sich ihren Platz gesichert: Morgens und abends bekommt sie den ersten Bissen Futter. Nur eines mag sie bis heute nicht: berührt zu werden – ein bisschen wild ist sie eben doch geblieben. So zeigt sich einmal mehr: Lautstärke oder Grösse entscheiden nicht darüber, wer führt. Manchmal reicht eine ruhige Geste und alle wissen, was zu tun ist.
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Tiergeschichte

von/ durch Hof Kasteln am Feb 23 2026
Ming & Fang – Stallchaos mit Happy EndZwei unserer jüngsten Kälbli, Ming und Fang, hatten einen besonderen Start ins Leben. Beide kamen am selben Tag zur Welt. Für ihre beiden Mütter war das allerdings etwas zu viel des Guten. Ming war schneller da – und plötzlich wollten ihn gleich beide Mütter für sich. Als später Fang geboren wurde, war seine Mutter leider immer noch überzeugt, Ming sei ihr Kalb. Fang lag erst einmal etwas vergessen im Stroh und beobachtete das Drama. Mit etwas Hilfe unsererseits hinterfragte Fangs Mutter dann doch noch, ob Ming vielleicht gar nicht ihr Kalb ist – wirklich sicher in der Sache sind sich aber bis heute weder Mütter noch Kälbchen. Dafür haben Ming und Fang nun einen großen Vorteil: Sie dürfen bei beiden Müttern Milch trinken.Dass Kühe Patchwork-Familien gründen, ist uns neu – bis Ming und Fang kamen!
Kühe unter der Linde

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Zeit zum Durchatmen

von/ durch Hof Kasteln am Jan 06 2026
Der November hatte für mich lange den Charme eines nassen Lappens; kalt, grau, erblassend. Die Natur zieht sich zurück, und ich ehrlich gesagt auch. Als Bauer hat sich nun mein Blick auf diesen Monat gründlich verändert. Im Frühling und im Sommer rannte ich dem spriessenden Grün hinterher. Jeder Tag brachte Aufgaben, die am besten schon gestern erledigt gewesen wären. Da fühlt sich der November auf einmal wie ein weicher Teppich unter müden Füssen an. Die Vegetation wird ruhig, der Betrieb atmet aus. Es ist ein Monat, der einen fast sanft am Ärmel zieht und sagt: «komm, setz dich hin, denk nach, lass los.» Plötzlich ist es völlig in Ordnung, drinnen zu bleiben, wenn draussen der Regen in Kübeln vom Himmel fällt. Die Wärme vom Kachelofen dürfen wir geniessen, ohne das nagende Gefühl, was draussen noch alles erledigt werden sollte. Auf einmal ist der November zu einem heimlichen Freund geworden – einem Monat, in dem man wieder zu sich kommt. Dass ich ihn einmal mögen würde, hätte ich mir früher sicherlich nicht vorstellen können.Text von Leonard Barahona
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Traubenlesezeit

von/ durch Hof Kasteln am Sep 22 2025
Läse – wümme – wimmle – vendanger - wie sagen Sie? Wir sind mitten in der Traubenlese. Mit einem grossen Team aus motivierten Lesehelfern haben wir bereits 7 von 9 Sorten geerntet. In diesem heissen Jahr, mit den dennoch regelmässigen Niederschlägen, konnten die Reben eine Menge Trauben ansetzen. Die Mehrheit ist bis zum Schluss gesund geblieben, was klar ein Vorteil unserer Pilzwiderständigen ‘PiWi’-Reben ist und es scheint ein sehr guter Jahrgang zu werden. Besonders vom Cabernet Jura versprechen wir uns einen edlen Tropfen. Zum Lesezeitpunkt hatte er nämlich eingetrocknete Trauben, es sind zuckersüsse Weinbeeren, die zwar einen grossen Wasser- und somit Mengenverlust aufweisen, dafür aber eine konzentrierte Aromatik. Die anderen beiden roten Sorten (Divico und Carmin) reifen noch weiter im Rebberg und ich kontrolliere regelmässig ihren Zuckergehalt (Oechsle) mit dem Refraktometer, um den Erntezeitpunkt abzuschätzen. Bald ist es wieder soweit. Text von Eva-Maria Schütz
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Wie ein Ort zur Heimat wird

von/ durch Hof Kasteln am Jul 31 2025
Nun ist es schon mehr als ein halbes Jahr her, seit wir auf dem Hof Kasteln gestartet haben. Allmählich ist nicht mehr alles neu und einige Dinge gehen schon deutlich routinierter von der Hand als noch vor ein paar Monaten. Oft wurden wir gefragt, ob wir uns denn schon gut eingelebt haben. Meistens habe ich „Ja“ gesagt – doch mit der Zeit habe ich mich zu hintersinnen begonnen: was bedeutet sich einzuleben überhaupt? Nach einigem Nachdenken kam ich zum Schluss, dass es um Heimatgefühle geht, um das Gefühl angekommen zu sein, den neuen Wohnort “zu Hause” zu nennen und sich auch zu Hause fühlen. Dieses Einleben entsteht nicht von heute auf morgen, es beginnt erst gerade. Das Einleben entsteht durch das fortwährende Entdecken neuer Winkel: sei es ein versteckter Bachlauf, ein Fuchsbau oder ein besonders friedlicher Ort im Tal. Es wächst mit den Begegnungen und gemeinsamen Momenten, die wir mit den Menschen um uns herum sammeln und mit den Erinnerungen, die dadurch entstehen. Vermutlich wird es noch eine ganze Weile dauern, bis ich mich richtig eingelebt fühle. Denn abgesehen von unseren Wiesen kenne ich dieses schöne Tal immer noch eher oberflächlich. Aber vielleicht ist es genau das Schöne daran, dass wir noch so viel vor uns haben. Wir freuen uns auf viele weitere Begegnungen, Gespräche und gemeinsame Momente mit Ihnen – sei es auf dem Hof, oder einfach beim kurzen Austausch im Dorf. Vielen Dank, dass Sie ein Teil unserer Reise sind. Text von Leonard Barahona
Flaschen Kreislauf

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Der Kreislauf der Weinflasche

von/ durch Hof Kasteln am Mai 21 2025
Der Cuvée Blanche war lange ausverkauft und obwohl der 2024er Jahrgang bereits letzten Monat bereit zum Abfüllen war, mussten wir noch warten. Gewartet haben wir nämlich auf unsere neuen, direkt aufs Glas bedruckten Flaschen. Nun sind sie hier und mit ihnen ein neues Mehrwegsystem. In Zusammenarbeit mit Ihnen, geschätzte Weinkunden, können wir die gebrauchten Flaschen nämlich zurücknehmen, waschen und wiederverwenden. Gemeinsam können wir diesen Kreislauf schliessen und einen nachhaltigen Beitrag leisten. Der grösste Anteil an CO2-Emissionen, der beim Konsum von Wein anfällt, wird nämlich durch die die Weinflasche selbst verursacht! Obwohl Weinflaschen auch aus Recycling-Glas hergestellt werden können, braucht dies fast gleich viel Energie, wie die Produktion einer neuen Flasche. Mehrwegflaschen sind deshalb die nachhaltigste Verpackung für unseren Wein und Sie dürfen diesen Zukünftig mit einem noch kleineren ökologischen Fussabdruck geniessen. Damit das Mehrwegsystem funktioniert, haben wir beim Glasdruck auf variable Angaben verzichtet und nur die jährlich gleichbleibenden Angaben aufgedruckt. Wir bitten Sie von nun an, uns die ausgetrunkenen, bedruckten Flaschen zu Retournieren. Diese werden wir waschen und nächstes Jahr wieder mit neuem Wein befüllen. Jede retournierte Mehrwegflasche vergüten wir mit 1 Franken. Flaschen, die wir zurücknehmen sind: -die neuen, direkt aufs Glas bedruckten Weinflaschen -Kasteler Schnapsflaschen Ab kommendem Verkaufsanlass am 20. und 21.6.25 ist der Cuvée Blanche in der  Mehrwegflasche zum neuen Preis von 21 Franken erhältlich. Bei der späteren Rückgabe der leeren Flasche erhalten Sie 1 Franken zurück. Die Einführung des neuen Mehrwegsystems bedeutet für uns nicht nur eine Investition in speziell bedruckte Flaschen, sondern auch in Rücknahme, Reinigung und Logistik.  Auch die anderen 5 Weine werden bei gegebener Zeit in den neuen Flaschen erscheinen, sind aber bis dahin in den bekannten Flaschen und zum bisherigen Preis erhältlich. Wie die neuen Flaschen aussehen und wie der neue Jahrgang vom Cuvée Blanche schmeckt, erfahren Sie  bei Ihrem nächsten Besuch  Bis bald!
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Frühling in den Bergen und im Tal

von/ durch Hof Kasteln am Mär 29 2025
Wie sich Winter und Frühling im Tal anfühlen, war mir bisher kaum bewusst, da ich diese Jahreszeit bisher vor allem auf der Skipiste verbracht habe. Die Sonne grüsst im Tal nur selten, draussen ist es feucht und nass, während es in den Bergen sonnig und winterlich weiss ist. Der Winter ist in den Bergen vielleicht schöner, das Blatt wendet sich aber im Frühling. Denn mit der Schneeschmelze und der Rückkehr der Leute ins Tal trifft in den Bergedörfern Melancholie ein, es wird ruhig, ein Ende naht. Im Tal hingegen sind die Düfte der Pflanzen bereits zurückgekehrt. Erste Blüten geben Farbe in die blasse Winterlandschaft, ähnlich wie ein Feuer das gerade zu brennen beginnt. Das Erwachen der Natur überträgt sich auf die Menschen und die Tiere. Unsere Kühe tanzen auf der Weide und dürfen endlich wieder frisches Grasfressen. Der Saft steigt von den Wurzeln in die Ruten der Rebstöcke. Ohne den Winter hätte das Erwachen der Natur im Frühling wohl kaum einen solchen Effekt. Text von Leonard Barahona Ein Saisonales Rezept zum Frühlingsbeginn: Einkorn-Bärlauch-Risotto Zutaten für 4 Personen: 1 Zwiebel Butter zum anbraten 200 g Einkorn 500 ml Gemüsebouillon 100 ml Weisswein 100 ml Milch Gesammelter Bärlauch (Achtung Verwechslungsgefahr!) Zitronenschale, Salz, Pfeffer Rauchfleisch Einkorn über Nacht in Wasser einweichen. Zwiebeln in Butter andünsten, Einkorn zugeben und weiter dünsten, mit Weisswein ablöschen. Gemüsebrühe zugeben und bei leichter Hitze kochen bis die Körner fast weich sind. Milch und Bärlach pürieren, Zitronenschale zugeben, unter das Einkorn-Risotto mischen und ein paar weitere Minuten köcheln. Mit Salz, Pfeffer und Zitronenschale/-Saft abschmecken, anrichten und mit Rauchfleischwürfeln garnieren. An guata!
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Der Lauf der Tage und der Jahreszeiten, die Elemente, das Werk unserer Hände und Herzen lassen wertvolle «Mittel zum Leben» wachsen.

von/ durch Hof Kasteln am Sep 27 2024
Dieser Satz steht auf unserem Flyer und ich finde, er fasst sehr gut zusammen, wie viel Herzblut wir während den vergangenen Jahren in unsere Arbeit gesteckt haben! Im April 2002 haben Bruno und ich die Pacht übernommen und das Kapitel «Kasteln» aufgeschlagen. Es sind 22 schöne Jahre, die wir auf dem Hof Kasteln verbringen durften: So vieles erlebt, so viele Begegnungen, etliche Anlässe organisiert, Apéros vorbereitet, viele Stunden die Rebstöcke gehegt und gepflegt, damit sie uns gute Trauben bescheren, die Weiden für die Kuhherde vorbereitet, Hühner gefüttert und deren Eier verkauft, die Wollschweine im Sommer mit dem Schlauch geduscht, die Wiesen für Heu oder Emd gemäht, gewendet und «gemädelt» damit es für die Tiere im Winter Feines zum Fressen gibt, einige Geissen-Spaziergänge durchgeführt, etliche Kälbergeburt erlebt, Emmer, Einkorn oder Dinkel dreschen lassen und das Stroh eingeführt, bschüttet, Mist auf dem Feld verteilt, mit Gänsen oder Schafen neue Betriebszweige ausprobiert, unzählige Stunden im Büro verbracht, weil wie bei allen Berufsgattungen, die Büroarbeiten auch einen zunehmend grossen Platz in der Landwirtschaft einnehmen, ungefähr 150 zusätzliche Obstbäume gesetzt, deren Früchte aufgelesen und verarbeiten lassen, verschiedene Bauprojekte begleitet, viel Anerkennung für unsere Arbeit gespürt, unsere Produkte an regionalen Märkten verkauft, die wunderbare Natur vom Schenkenbergertal wahrgenommen und so viele tolle Kunden, die treu geblieben sind und in der Zwischenzeit Freunde geworden sind. VIELEN HERZLICHEN DANK! Schwierige Situationen hat es natürlich ebenfalls gegeben, wenn plötzlich ein Hagelzug über Kasteln verharrt und die Trauben- sowie Obsternte vernichtet, Meinungsverschiedenheiten mit Mitarbei-tenden, zwei Überschwemmungen, die schwer zu verdauen waren oder eine Totgeburt bei den Kühen. Aber die positiven Erinnerungen überwiegen bei Weitem! Noch eine Mitteilung zu unseren bisherigen Mitarbeitern: Das Konzept von David und Martina Heeb für die Übernahme der Pacht hat den Zuschlag nicht erhalten. Sie sind mit ihrer Familie ins Dorf umgezogen. Irgendwann ist es das letzte Mal: Das letzte Mal Trauben ernten oder Heu einführen oder das letzte Editorial zum Kundenbrief schreiben… Ja, denn das nächste Editorial werden unsere Nachfolger verfassen, um sich vorzustellen! Eva-Maria Schütz und Leonard Barahona werden die Pacht ab 1. Januar 2025 übernehmen. Der Übergang findet bereits jetzt statt. Seit Mitte August wohnen Eva und Leonard teilweise auf dem Hof und beginnen mitzuarbeiten und sich einzuarbeiten. Bis Ende Jahr sind es noch gut drei Monate und es gibt noch zwei Verkaufsanlässe. Bruno und ich freuen uns, alle diese letzten Male noch zu erleben und euch zu treffen, gemeinsam mit Eva und Leonard! Text von Danièle Duperrex Stadler Jetzt bestellen: Der nächste Verkaufsanlass mit unseren Hofprodukten findet am Freitag, 25. Oktober 2024 von 16 bis 20 Uhr und Samstag, 26. Oktober 2024 von9 bis 12 Uhr statt. Wann möchten Sie Ihre Bestellung abholen? Bitte Tag und Zeit nach Wunsch auf dem Formular vermerken. So haben wir Zeit für Sie und Sie mit uns. Wir freuen uns auf Bestellungen und Ihren Besuch und grüssen Sie freundlich! Danièle und Bruno Stadler-Duperrex Agenda: Übernächster Verkauf: 13. und 14. Dezember
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Über das Wetter kann man sich immer unterhalten und sich beklagen erst recht!

von/ durch Hof Kasteln am Jul 31 2024
Ab Frühling bis Mitte Juli herrschte meist nasses Wetter, mit sehr kurzen Schönwetterphasen. Unsere Rinder verbrachten trotz üppigem Gras regelmässig Zeit im Stall, wenn die Weiden zu sumpfig wurden und der Landschaden zu gross. Heuen und andere Feldarbeiten wurden zum Spiessrutenlauf. Im Rebberg war es wüchsig, sowohl bei den Rebstöcken als auch beim Unterwuchs, aber der Druck von Pilzkrankheiten blieb stets gross. Bei der Laubarbeit lief uns oft das Wasser die Ärmel runter und sogar die Nacktschnecken zogen sich vom nassen Boden auf die Rebstöcke zurück. Ende Juli erreicht uns nun pünktlich zu den «Hundstagen» eine Hitzephase, wo heuen immer möglich ist. Der Stock mit Heu, Emd und Ökoheu füllte sich in wenigen Wochen. Allerdings sind die Kühe nun tagsüber im Stall, damit sie genügend Schattenplätze haben und ihnen die Insekten nicht zu sehr zusetzen. Getreide wurde auf teils noch feuchten Böden gedroschen und der Mähdrescher hinterliess Spuren auf den Stoppelfeldern. Die Schnecken verkriechen sich jetzt und die Reben reifen sehr schnell, werden nun beinahe gekocht. Oft werden wir auf die Vielfalt unserer Betriebszweige mit Weinbau, Mutterkühe, Ackerbau, Hochstammobst, Direktvermarktung, usw. auf dem Hof Kasteln angesprochen. All diese Bereiche bringen zwar viel Abwechslung, aber auch viel Arbeit und oft ist es schwierig, alles zum idealen Zeitpunkt erledigen zu können. Das Risiko bei Wetterkapriolen ist dadurch aber verteilt, etwas gelingt immer und trotzdem hat man stets auch «einen Grund zum Jammern». Aktuell ist der Heustock aber bereits gut gefüllt, mit altem Heu und viel Emd. Die Kühe werden im kommenden Winter nicht hungern müssen. Im Rebberg gedeiht der neue Jahrgang je nach Sorte mit mehr oder weniger Krankheitsdruck. Auf jeden Fall hat sich heuer die Umstellung auf robuste Neuzüchtungen in unseren Rebbergen gelohnt und der Mehltau hat keine schlaflosen Nächte bereitet! Falls nun die Bedingungen weiterhin trocken und warm bleiben, ist eine schöne Ernte in Aussicht. Falls nicht, dann beklagen wir uns dann rechtzeitig! Text: Bruno Stadler Duperrex Agenda: Übernächster Verkauf: 25. und 26. Oktober Jetzt bestellen: Der nächste Verkaufsanlass mit unseren Hofprodukten findet am Freitag, 30. August 2024 von 16 bis 20 Uhr und Samstag, 31. August 2024 von9 bis 12 Uhr statt. Wann möchten Sie Ihre Bestellung abholen? Bitte Tag und Zeit nach Wunsch auf dem Formular vermerken. So haben wir Zeit für Sie und Sie mit uns. Wir freuen uns auf Bestellungen und Ihren Besuch und grüssen Sie freundlich! Ihre Kasteler Familien Stadler-Duperrex und Heeb
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Le vigneron monte à sa vigne... et la vigneronne aussi!

von/ durch Hof Kasteln am Mai 31 2024
Le vigneron monte à sa vigneOù es-tu vigneron?Le vigneron monte à sa vigne,du bord de l'eau jusqu'au ciel là-haut!… et la vigneronne aussi! Jedes Mal, wenn ich in unsere Rebberge steige, kommt mir dieses Lied in den Sinn und ich summe die Melodie vor mich hin! Es ist ein bekanntes Lied im Kanton Waadt. Carlo Boller (1896-1952), der «Te voici vigneron!» komponierte, wurde in Frankreich geboren und lebte seit seiner Schulzeit in Montreux. Er spielte Geige, war Komponist und Dirigent.Vor Kurzem kam eine Gruppe aus dem Waadtland zu Besuch, die eine Führung auf Französisch wünschte. Also war schnell klar, wer dies übernehmen würde! Die 1954 gegründete «Confrérie du Guillon» will Waadtländer Weinkultur und Weine fördern und bekannt machen. «Les Gais Compagnons du Guillon» sind Teil dieser Bruderschaft und singen während den traditionellen Essen, die «Ressats», aber sie treten auch auf vielen anderen Bühnen auf.Als ich mich im Voraus erkundigte, wer genau diese «Gais Compagnons» seien, fand ich heraus, dass ein früherer Nachbar aus meinem Dorf Goumoens-la-Ville, Mitglied dieser Truppe war. Welche Überraschung für ihn, als er mich auf unserem Hof entdeckte! «Mais qu’est-ce que tu fais là?». Der Chor kam mit dem «Quart d’heure vaudois» bei uns an, d.h. mit einer viertel Stunde Verspätung! Ich machte eine kleine Führung durch Hof und Schloss und erklärte, was wir alles auf dem Hof tun. Bis ein «Gai Compagnon» lachend bemerkte, dass es sich noch nie ereignet hatte, dass um 12 Uhr noch kein Apéro serviert worden ist… Ich hatte die Botschaft verstanden und wir stiegen in den Gewölbekeller runter! Dort gab es einen kleinen Apéro mit Trockenfleischspezialitäten von unserem Hof, ergänzt mit einer Käseplatte und Brot. Die «Chasselas-Trinker» probierten unsere feinen Tropfen und es wurden auch einige Flaschen Aargauer Wein an Waadländer verkauft!Als ich den Chor-Dirigenten fragte, ob sie mir das Lied «Te voici vigneron!» vorsingen würden, erfuhr ich, dass es sich um eine Komposition für einen gemischten Chor handelt. Also kam ich in Genuss von einigen anderen Liedern aus ihrem Repertoire!So schön diese Begegnung war, fühle ich mich in der Deutsch-Schweiz sehr wohl und dies seit 28 Jahren. Tja, ich lebe jetzt länger da als in der Romandie! Vor ungefähr fünf Jahren verspürte ich das Bedürfnis, zu wissen, wo Bruno und ich in der Zeit nach Kasteln wohnen werden. Es war damals noch kein Thema von Kasteln wegzuziehen. Also überlegten wir uns, wo wir gerne leben möchten. In der Westschweiz? Oder Ostschweiz? In der Nähe von Aarburg, wo Bruno herkommt? Wir kamen zum Schluss, dass wir im Schenkenbergertal, wo wir unseren Bekanntenkreis aufgebaut haben, bleiben möchten und machten uns auf die Suche nach einer Bleibe. Ziemlich bald hat uns ein Haus in Oberflachs gefunden!! So werden wir der Gegend treu bleiben und freuen uns darauf!Momentan sind wir aber noch voll auf dem Hof engagiert und ich kann die Melodie der Vigneronne weiterhin vor mich hin summen!Text: Danièle Duperrex Stadler   Jetzt bestellen:Der nächste Verkaufsanlass mit unseren Hofprodukten findet am Freitag, 28. Juni 2024 von 16 bis 20 Uhr und Samstag, 29. Juni 2024 von 9 bis 12 Uhr statt. Wann möchten Sie Ihre Bestellung abholen? Bitte Tag und Zeit nach Wunsch auf dem Formular vermerken. So haben wir Zeit für Sie und Sie mit uns. Wir freuen uns auf Bestellungen und Ihren Besuch und grüssen Sie freundlich!Ihre Kasteler Familien Stadler-Duperrex und Heeb Agenda:Am Bio-Marché in Zofingen vom 21. bis 23. Juni haben wir wieder einen Stand!Am Freitag, 9. und Samstag, 10. August 2024 findet die diesjährige Jurapark-Weinwanderung im Schenkenbergertal statt. Der Hof Kasteln macht wieder mit! Mehr Informationen finden Sie hier jurapark-aargau.ch/weinwanderungÜbernächster Hof-Verkauf und Degustation: 30. und 31. August 2024
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Nichts ist so beständig wie der Wandel

von/ durch Hof Kasteln am Mär 27 2024
So lautet das Zitat, welches gemäss Wikipedia dem Griechen Heraklit von Ephesus (535-475 v.Chr.) zugesprochen wird. Und heute trifft diese Feststellung wohl noch wesentlich deutlicher zu als bei den alten Griechen. Auf dem Hof Kasteln leben wir auch im 21. Jahrhundert und die immer rascheren Veränderungen in unserer Gesellschaft fallen uns ebenfalls auf!Andererseits ist bei uns manches durch die Natur, die Jahreszeiten oder die biologischen Grundlagen getaktet: wir können die Pflanzen düngen und hätscheln aber daran ziehen bringt nichts. Auch wenn das Klima ändert, so gibt es doch noch immer die Jahreszeiten, welche uns einen Rhythmus vorgeben. Durch die technischen Hilfsmittel, die neuen Kommunikationsmöglichkeit, aber auch bei den Rahmenbedingungen hat der raschere Wandel auch Einzug in der Landwirtschaft gehalten. Oder ist es nur unser steigendes Alter, welches dieses Empfinden auslöst?Veränderungen sollten wir uns ja eigentlich auch nicht grundsätzlich entziehen wollen! Nach den momentan 22 Jahren auf dem Hof Kasteln ist für Danièle und Bruno der Zeitpunkt gekommen, um nochmals Veränderungen in die Wege zu leiten. Wir möchten Platz für neue Kräfte auf dem Hof machen. In den letzten Jahren haben wir erfahren, dass eine gute Gesundheit nicht immer garantiert ist. Einen Wechsel möchten wir positiv und erhobenen Hauptes in die Wege leiten und nicht auf allen Vieren. Die Lust, beruflich nochmals etwas Neues zu tun und hoffentlich auch noch etwas mehr von der Welt zu sehen, ist bei uns vorhanden. Diese Zeilen schreiben sich jetzt so leicht, die Wehmut und «das Gränne» kommen dann früh genug!Unser Wunsch ist es, dass einige Dinge, welche sich für uns bewährt haben, auch weiterhin Bestand haben können auf dem Hof Kasteln: das weiterhin mit Herzblut Produkte und Dienstleistungen erschaffen werden und gute Begegnungen möglich sind.  Mit der Stiftung etuna (zu Beginn Schulheim Schloss Kasteln) als Verpächterin hatten wir über all die Jahre ein sehr verständnisvolles und wertschätzendes Verhältnis. Wir durften hier enorm vieles erleben und mitgestalten. Nun sucht die Stiftung nach einer neuen Pächterschaft.Künftig sollen andere an diesem wunderbaren Ort leben und wirken können und die richtigen Veränderungen vornehmen. Familie Heeb ist auch an einer Pachtübernahme interessiert und sucht momentan nach geeigneten Partnern, um ihre Bewerbung einzureichen. Ein Zeitpunkt für den Wechsel ist noch nicht fixiert. Möglich wäre Anfang oder Ende 2025, wir halten Sie auf dem Laufenden. Für dieses Jahr möchten wir Heraklit von Ephesus möglichst nicht zu sehr bemühen! Wir sind noch mit Herzblut auf dem Hof Kasteln und blinzeln erst in die Zukunft und auf den Wandel der sich ankündigt!Wir freuen uns auf die bevorstehenden Kontakte mit euch im laufenden Jahr und senden frühlingshafte Grüsse aus dem Schenkenbergertal!Text von Danièle und Bruno Stadler Duperrex Jetzt bestellen:Der nächste Verkaufsanlass mit unseren Hofprodukten findet am Freitag, 26. April 2024 von 16 bis 20 Uhr und Samstag, 27. April 2024 von 9 bis 12 Uhr statt. Wann möchten Sie Ihre Bestellung abholen? Bitte Tag und Zeit nach Wunsch auf dem Formular vermerken. So haben wir Zeit für Sie und Sie mit uns. Wir freuen uns auf Bestellungen und Ihren Besuch und grüssen Sie freundlich!Ihre Kasteler Familien Stadler-Duperrex und Heeb Agenda:Übernächster Verkauf: 28. und 29. Juni 2024Am Freitag, 9. und Samstag, 10. August 2024 findet die diesjährige Jurapark-Weinwanderung im Schenkenbergertal statt. Der Hof Kasteln macht wieder mit! Mehr Informationen finden Sie hier jurapark-aargau.ch/weinwanderung
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Ein Plädoyer für die Kuh

von/ durch Hof Kasteln am Jan 10 2024
So lautet der Titel eines Artikels aus der NZZ vom 1. November 2023. Diesen übergab uns ein Kunde beim Fleisch abholen im Dezember, zusammen mit einem «Dankeschön» für unser feines und regelmässiges Angebot! Auch in mehreren Festtagskarten und Neujahrswünschen wurde unser Direktvermarktungsangebot an Fleisch und andern Hofprodukten explizit verdankt. Das freut uns sehr und motiviert! Eigentlich ist unser Weg nicht neu, denn wir «landwirtschaften» nach vergleichbaren Grundsätzen wie unsere Grosseltern und Urgrosseltern. Vor 50 bis 100 Jahren lag der Fleischkonsum pro Kopf in Europa bei ungefähr einem Drittel des heutigen Wertes. Fleisch- und Milchprodukte waren im Vergleich wesentlich teurer als heute. Die Menschen bezogen mehr Proteine von pflanzlichen Nahrungsquellen, insbesondere von Bohnen, Linsen und Erbsen. Diese sogenannten Leguminosen wurden bei uns viel verbreiteter angebaut als heute. Die Wiederkäuer wurden hauptsächlich vom Grasland ernährt, und zwar nur so viele Tiere, wie auf der vorhandenen Fläche möglich. Seither ging die Anzahl Landwirtschafts-betriebe stetig zurück und eine enorme Rationalisierung fand statt. Wesentlich grössere Rindviehbestände waren ins-besondere dank Import von Soja und andern Futterkomponenten plus vermehrten Anbau von Futtergetreide und Mais möglich. Gleichzeitig stieg aber der CO2-Fussabdruck der europäischen Land-wirtschaft markant. Die Klimabilanz bei Fleisch und Milch vom Rindvieh wird meist als Durchschnittswert berechnet und geschätzt. Diese Werte unterscheiden sich aber massiv, je nach Produktionsweise. Rindfleisch kann klima-gerecht mit dem Wesen entsprechender Weidehaltung und Wiederkäuerfütterung produziert werden. In der Schweiz besteht mehr als ein Viertel der Fläche aus Grasland, oft in Hanglagen. Ein weiterer Achtel sind Sömmerungs-weiden in den Alpen und im Jura, die sich auch nicht für Ackerbau eignen. Zudem wird auf Äckern in einer sinnvollen Fruchtfolge regelmässig Gras angesät, damit sich Böden erholen. Dank der Kuh und anderen Wiederkäuern kann ein Nährstoffkreislauf mit Mist und Gülle wesentlich besser geschlossen werden als mit zugekauften Nährstoffen. Beim Verdauungsprozess frei gesetztes Methan wird in der Atmosphäre später zu CO2 und durch Fotosynthese wieder von Pflanzen aufgenommen, auch von solchen die wieder als Futter dienen. Für die Versorgung einer weiterhin wachsenden Bevölkerung ist es sinnvoll, diesen Anteil der natürlichen Ressourcen zur Produktion von tierischem Protein sinnvoll zu nutzen. Halten wir also Ausschau nach möglichst nachhaltig produzierten pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln, idealerweise mit kurzen Transportwegen! Auf dem Hof Kasteln haben wir zum Glück die Möglichkeit, die Schlachtung und Verarbeitung im Dorf durchführen zu können. Gemäss des eingangs erwähnten Artikels aus der NZZ ist unser Rindfleisch also ein durchwegs nachhaltiges Produkt. Dank der Treue unserer Kunden aus der Region bleibt auch dieser Kreislauf recht übersichtlich. In diesem Sinne nochmals danke «für die Blumen» und die guten Wünsche, welche wir auch gerne an Sie zurückgeben. Und «ein Hoch» auf die Kuh, welche es schafft, Grünland in hochwertiges Protein um zu wandeln! Text von Bruno Stadler Der nächste Verkaufsanlass mit unseren Hofprodukten findet am Freitag, 23. Februar 2024 von 16 bis 20 Uhr und Samstag, 24. Februar 2024 von 9 bis 12 Uhr statt. Wann möchten Sie Ihre Bestellung abholen? Bitte Tag und Zeit nach Wunsch auf dem Formular vermerken. So haben wir Zeit für Sie und Sie mit uns. Wir freuen uns auf Bestellungen und Ihren Besuch und grüssen Sie freundlich! Ihre Kasteler Familien Stadler-Duperrex und Heeb Agenda: Übernächster Verkauf: 26. und 27. April 2024
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Wie hast du’s mit den PIWIs, Bruno?

von/ durch Hof Kasteln am Nov 15 2023
Pilzwiderstandsfähige Reben (PIWIs) sind entstanden aus Kreuzungen, die besser mit Pilzkrankheiten klarkommen als traditionelle Sorten. Letztere können dadurch komplett vernichtet werden – ausser man benutzt grössere Mengen an Pestizid. PIWIs sind also eine ökologische Alternative im Weinbau, doch in der Schweiz ist der Anbau von anfälligen Sorten nach wie vor der Normalfall. Bruno Stadler und Danièle Duperrex arbeiten seit über 20 Jahren mit PIWIs und produzieren auf den zwei Rebbergen des Hofs Kasteln Trauben für verschiedene Rot- und Weissweine. Ich habe nun ein Jahr im Rebberg miterlebt und stelle Bruno die Fragen, die mir in dieser Zeit viel gestellt wurden: Was und wie viel spritzt man bei Bio-PIWIs? Ist der Wein einfach ökologisch oder auch gut? Und: was fasziniert ihn auch nach 20 Jahren am Rebbau? Martina Heeb: Bruno, diese Frage kommt immer, also beginnen wir gleich damit: Was darfst du spritzen bei deinen PIWI-Reben? Bruno Stadler: Wichtig ist, dass es bei PIWI-Sorten trotz falschem und echtem Mehltau wesentlich weniger, bis gar kein Fungizid braucht. Im der Bio-Landwirtschaft sind chemisch-synthetische Mittel, die von der Pflanze aufgenommen werden, sowieso nicht erlaubt. Sie sind aber auch nicht nötig. Biologische Mittel, welche von aussen wirken und beispielsweise den pH-Wert auf der Blattoberfläche verändern oder eine Schutzschicht bilden, reichen aus. Wir spritzen entweder ein Gemisch aus Tonerde und Schachtelhalm und in schwierigen Jahren (beispielsweise bei langer Nässe oder Hagel) auch Kupfer und/oder Schwefel. Klassische Sorten wie Blauburgunder-Trauben benötigen durchschnittlich ca. 10-15 Behandlungen in einer Saison, ich komme bei meinen PIWIs mit ca. 3 Behandlungen durch. So bleibt auch die Menge von Kupfer oder Schwefel um ein Vielfaches unter den zugelassenen Werten. MH: Was ist der geschmackliche Unterschied zwischen Weinen aus wohlbekannten Trauben und Weinen aus PIWI-Sorten? Kann man PIWI-Weine charakterisieren und erkennen, also reden wir von Nuancen oder von komplett verschiedenen Schubladen? BS: Weine aus PIWI-Trauben sind andere Sorten und haben dementsprechend andere Geschmackseigenschaften. So mussten wir mit dem Lohnkelterer für jede Traube ausprobieren, wie das Beste an Geschmack rausgeholt werden kann. Bei Blauburgunder weiss man seit Jahrhunderten, wie er gekeltert werden kann und was einen geschmacklich erwartet. Für PIWIs braucht es Experimentierfreudigkeit und Lust, die interessierten Menschen in den Prozess zu involvieren und ihnen die neue Geschichte der Weine zu erzählen. Am Schluss muss aber einfach das Produkt stimmen, egal ob PIWI oder konventionell, Bio oder nicht. Es gibt wunderbare Weine in allen Bereichen, niemand muss aus schlechtem Gewissen einen ökologischen Wein trinken, der ihnen nicht schmeckt. Wein soll lustvoll sein, und da stelle ich eine grössere Offenheit fest, dass nicht mehr alle Lust auf Riesling-Sylvaner oder Chardonnay haben, sondern sich auf spannende, neue Geschmäcker einlassen möchten. Unser Divico beispielsweise, ein reinsortiger Rotwein, trifft den aktuellen Geschmack offenbar prima, jedenfalls wird er gut nachgefragt und in der Westschweiz häufig auch in Nicht-Bio-Rebbergen angebaut. Schlussendlich bleibt es Geschmackssache! MH: Weshalb produzieren nicht viel mehr Leute feine ökologische Weine? BS: Das ist eine nicht so rühmliche Geschichte, es war nämlich lange gar nicht so einfach, auf den Zug aufzuspringen. Lange wurden PIWI-Sorten in eine schändliche Ecke gestellt, es ging um Macht und Vorrechte, die Pestizid-Firmen lobbyierten jahrzehntelang erfolgreich offen und verdeckt für den «Schutz» der alten Sorten (und der dazu notwendigen Spritzmittel) und die Behörden spielten oft mit. Beispielsweise durften PIWI-Sorten nicht als AOC registriert werden, ein deutlicher Nachteil im Marketing. Bis vor wenigen Jahren wurde in den Weinbaukantonen noch vorgeschrieben, welche Sorten angebaut werden dürfen, was der Entwicklung von Reben, die den neuen Bedingungen angepasst sind, nicht förderlich war. Die Geschichte der PIWIs ist deshalb auch geprägt von mutigen Forschern, Praktikern und Querdenkern, die sich nicht unterkriegen lassen wollten. Das ist alles gar nicht so lange her, doch nun gibt es in den letzten Jahren eine deutliche Bewegung sowohl in Richtung biologischem Rebbau und in Richtung PIWI. Ökologischer Anbau ist kein rotes Tuch mehr, die Entwicklung läuft schneller und die feinen neuen Weine haben schon viele Freund*innen gefunden! MH: Was fasziniert dich auch nach über 20 Jahren noch am Rebbau? BS: Die Faszination beginnt beim langsamen Kreislauf der Weinproduktion. Im Rebbau dauert es 6-8 Jahre, bis du das Endresultat siehst: vom Pflanzen der Reben, bis sie tragen, vom jährlichen Schneiden und Binden über Rebstockpflege zu Laubarbeiten und von der «Läset» über alle Schritte im Weinkeller bis zum fertigen Wein. Komplett gegen den Zeitgeist! Auch das feine Beobachten der Triebe, Blätter, Gescheine oder Trauben passt mir. So erlebe ich die Jahreszeiten intensiv – und es entschleunigt von der geschäftigen Welt. Die Vielfalt der Rebsorten, ja sogar der einzelnen Stöcke ist beeindruckend und es gefällt mir, mich mit jedem auseinanderzusetzen. Da für uns der ökologische Anbau gesetzt war, haben wir uns von Anfang an den Herausforderungen gestellt und ein gutes Mass an Aufbauarbeit betrieben. Das direkte Feedback der Kund*innen ist und bleibt aber schön und wichtig und mittlerweile haben viele Menschen mit Vorliebe für guten ökologischen Wein zu uns gefunden. Ein feiner eigener Wein ist immer eine grossartige Sache und der Innovationspreis vor vielen Jahren war eine Befriedigung. Doch die schönste Auszeichnung ist es, wenn nun auch Nicht-Bio-Nachbarn vorbeikommen und um Rat fragen. Im Kern ist die Liebe zum Wein geblieben, oder vielmehr, sie wurde noch geschärft. Guter Wein ist mir eine Herzenssache und die Entstehung ist ein wichtiger Teil der Qualität, da sind wir mit Herzblut dabei! Interview von Martina Heeb Der nächste Verkaufsanlass mit unseren Hofprodukten findet am Freitag,8. Dezember 2023 von 16 bis 20 Uhr und Samstag, 9. Dezember 2023 von 9 bis 12 Uhr statt.Wann möchten Sie Ihre Bestellung abholen? Bitte Tag und Zeit nach Wunsch auf dem Formular vermerken. So haben wir Zeit für Sie und Sie mit uns.Wir freuen uns auf Bestellungen und Ihren Besuch und grüssen Sie freundlich!Ihre Kasteler Familien Stadler-Duperrex und Heeb Agenda:Übernächster Verkauf: 23. und 24. Februar 2024
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Die Füsse unter dem Tisch

von/ durch Hof Kasteln am Sep 18 2023
Grüezi metenand! Momentan werden auf dem Hof Kasteln bereits die letzten Weintrauben und das Mostobst geerntet. Die Wechselhaften Witterungsbedingungen mit mehreren Hitzephasen haben die Pflanzen teils an die Grenzen gebracht und wieder zu einer frühen Ernte geführt. Auch für die heurige Rindergruppe geht der Alpsommer zu Ende und wir erwarten sie auf den heimischen Weiden. Es ist also bei uns noch nicht Zeit, die Füsse lange unter dem Tisch verweilen zu lassen. Aber zu genau diesem Thema - den Füssen unter dem Tisch - haben wir eine lustige Geschichte von Franz Hohler aus dem letzten Jahrtausend ausgegraben. Dadurch können wir nun weiterarbeiten, statt noch länger über all die anfallende Arbeit zu schreiben: Die Füsse unter dem Tisch Letzthin sass ich spätabends in einer Kneipe mit Leuten zusammen, die ich alle eben erst kennengelernt hatte. Zuvor war ich mit meinem Kabarettprogramm aufgetreten, nun war man noch mit dem Veranstalter und seinen Freunden hier, und die Stimmung war angeregt. Mir schräg gegenüber sass eine junge Theologin, mit der ich in ein Gespräch über die Integration ausländischer Schulkinder geriet. Als ich dabei zufällig ihren Fuss unter dem Tisch berührte, zog sie ihn nicht zurück, und da sie eine überaus angenehme Erscheinung war, mit einem schwarzen Rossschwanz und dunklen Augen, zog ich meinen Fuss auch nicht zurück, und so sprachen wir weiter, und es wurde ein schönes Gespräch, in dessen Verlauf Türken- und Jugoslawenschüler die einheimischen Kinder immer stärker durch ihre Andersartigkeit befruchteten und die stofflichen Lernziele Stück um Stück über Bord geworfen wurden zugunsten sozialer Grunderfahrungen, und es entstand, während ich den Druck meines Fusses erhöhte und sie ihm lächelnd standhielt, ohne sich etwas anmerken zu lassen, eine Eintracht und Verträglichkeit in unseren Schulen, die behutsam auf die ganze Gesellschaft übergreifen begann und ihr die erstaunlichsten Impulse zu geben vermochte, ein unaufhaltsamer Kinderkreuzzug globaler Versöhnung war in Gang gekommen und musste in Kürze alles zum Guten wenden, und die Hauptverschwörer des Guten waren unsere Füsse, die sich unter dem Tisch durch ständigen Druck und Gegendruck die Treue schworen, und ich glaube, die Welt sähe heute schon anders aus, wenn die schlanke Theologin nicht plötzlich aufgestanden wäre und sich freundlich verabschiedet hätte, während sich unsere Füsse immer noch berührten, im Feuer der Welterlösung berührten, und einen Moment lang begriff ich einfach nicht, wie sie gleichzeitig zur Tür hinausgehen und meinen Augen entschwinden konnte. Dann zog ich meinen Fuss langsam vom Tischbein zurück und sagte an diesem Abend nicht mehr viel. Text von Franz Hohler Jetzt bestellen: Der nächste Verkaufsanlass mit unseren Hofprodukten findet am Freitag, 20. Oktober 2023 von 16 bis 20 Uhr und Samstag, 21. Oktober 2023 von9 bis 12 Uhr statt. Wann möchten Sie Ihre Bestellung abholen? Bitte Tag und Zeit nach Wunsch auf dem Formular vermerken. So haben wir Zeit für Sie und Sie mit uns. Wir freuen uns auf Bestellungen und Ihren Besuch und grüssen Sie freundlich! Ihre Kasteler Familien Stadler-Duperrex und Heeb Agenda: Übernächster Verkauf: 8. und 9. Dezember
Screenshot 2023-07-27 at 16-08-55 Räbfest Oberflachs - das Winzerfest mit viel Herz und Charme

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Räbfescht Oberflachs – Wein trifft Kunst

von/ durch Hof Kasteln am Jul 27 2023
Es ist wieder so weit: am 19. und 20. August findet in Oberflachs das traditionelle Räbfescht statt. Unter dem Motto «Wein trifft Kunst» präsentieren lokale Weinbaubetriebe und Kunstschaffende ihre Werke! Jene der Kunstschaffenden findet man in 3 Galerien und auf dem Festgelände und die Werke der Weinbaubetriebe können an den Weinständen und in den Festbeizen verkostet werden. Woher stammt der Name Räbfescht, der eigentlich für Nicht-Einheimische etwas erklärungsbedürftig ist? Jene aus der jüngeren Generation erwarten Musik und finden, RAP werde anders geschrieben. Jene der älteren Generation wissen, dass aus Räben (Herbstrüben) die Räbeliechtli geschnitzt werden und aus dem Abschnitt dann Räbebabbe gekocht werden kann, allerdings finde dies eher um Martinstag statt. Das Räbfescht erhielt seinen Namen selbstverständlich wegen der Weinrebe. Rund um unsere Reben und den Wein hat sich mittlerweile das OK und der Festinhalt massiv erweitert, da hätte sogar Rap und Räbebabbe einen Platz! Ganz speziell ist das Engagement der Dorfbevölkerung, welche mit viel Herzblut und Einsatz dieses Fest erst möglich macht! Ein äusserst abwechslungsreiches Rahmen-programm bietet für jeden Geschmack etwas! Sechs Vereine verwöhnen Sie mit unterschiedlichen gastronomischen Ange-boten. Am Samstag gibt es Irish Folk mit der Aargauer Band «Breeze» und am Sonntag zeigt das Celloensemble «Crescelli», dass man einem Cello von Bach bis Lady Gaga so einiges entlocken kann. Die Musik-gesellschaft Schinznach und das Jugendspiel Schenkenbergertal umrahmen den Festakt. Es gibt zudem ein betreutes Kinder-programm an zwei Standorten. Ebenfalls einen professionellen Speedcarver, der mit seiner Motorsäge vor Publikum eine Holzskulptur erschaffen wird. An einer spektakulären Auktion wird diese Holzskulptur und andere Kunstgegenstände an die Meistbietenden verkauft. Sonntags kämpfen im Dorfzentrum mehrere Teams um den Pokal im Weinfassrollen. Den Fest-Flyer mit allen Details finden sie im Anhang. Besuchen Sie uns doch am Räbfescht und lassen Sie sich überraschen, welch ein Fest ein kleines, engagiertes Dorf zustande bringt! Text von Bruno Stadler Jetzt bestellen: Der nächste Verkaufsanlass mit unseren Hofprodukten findet am Freitag, 1. September 2023 von 16 bis 20 Uhr und Samstag, 2. September 2023 von9 bis 12 Uhr statt. Wann möchten Sie Ihre Bestellung abholen? Bitte Tag und Zeit nach Wunsch auf dem Formular vermerken. So haben wir Zeit für Sie und Sie mit uns. Wir freuen uns auf Bestellungen und Ihren Besuch und grüssen Sie freundlich! Ihre Kasteler Familien Stadler-Duperrex und Heeb
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Freie Sicht aufs Mittelmeer

von/ durch Hof Kasteln am Mai 28 2023
Wünschen Sie sich manchmal freie Sicht aufs Mittelmeer? Sie werden es kaum glauben, hierfür müssen Sie gar nicht weit reisen. Es reicht, wenn Sie bei uns im Kuhstall vorbeikommen. In meiner Kindheit hatte ich das Glück, die Herbstferien des Öfteren am Mittelmeer verbringen zu dürfen, meistens in Italien. Die besuchten Küstenstädtchen hatte einen mehr oder weniger grossen Hafen mit Fischkuttern und Freizeitbooten. In grösseren Häfen gab es mehrere Schiffsstege, von denen einige mit Yachten besetzt waren. Mein besonderes Interesse galt den Segelyachten, die mich faszinierten und meine Fantasie beflügelten. Noch heute macht sich in mir eine ganz besondere Stimmung breit, wenn ich an einem Hafen mit vielen Segelschiffen stehe. Eine Art Fernweh, Abenteuerlust sowie Sehnsucht nach Wind, Wetter und Weite steigt empor. Ich kann nicht segeln, habe es nie gelernt und bin noch nie mit einem Segelboot aus einem Mittelmeer- oder einem anderen Hafen in die weite Welt hinausgefahren. Was sich aber auf eine liebliche Weise fest in meinem Kopf eingenistet hat, ist das Geräusch der Zugseile, die bei Wind und  Wellengang sanft an die Masten schlagen. Das klingelt und dingelt so herrlich, das klinget so schön, larala ... Über das vergangene Winterhalbjahr hatte ich das Glück, des Öfteren im gut durchlüfteten Kuhstall die Stallarbeit erledigen zu dürfen. Dazu gehört das folgende Prozedere, welches sich morgens und abends in etwa wiederholt. Kühe mit Heu anfuttern, mit dem Heukran frisches Heu aus dem Heustock auf der Fressachse deponieren und Stroh im Tiefstreubereich abladen, Stroh von Hand verteilen, Mittelgang mittels Handschorer und automatischem Schieber putzen und nun den Kühen, Rindern und Kälbern eine weitere Portion vom herrlich duftenden Heu zuschieben. Ich mache diese Arbeit sehr gerne. Was mir besonders gefällt, sind die Momente, wenn die Arbeit im Stall fast fertig ist. Hie und da bleibt etwas Zeit, um den Tieren beim Fressen zuzusehen.  Während die Kühe genüsslich ihr Heu verzehren, sind sie im metallenen Fressgitter fixiert, damit jede in Ruhe fressen kann. In dieser friedlichen Stimmung höre ich dann dieses Geräusch, wenn die Kühe den Kopf bewegen, ja es ist fast genau dieses Geräusch, wie an einem Hafen mit Segelschiffen in Italien. Das Gestänge der Fressplätze klimpert und dingelt so herrlich, das klinget so schön, larala la la larala ... Manchmal schliesse ich die Augen oder setzte mich im besten Fall auf einen Strohballen oder ins weiche Heu und spüre, wie ein sanftes Lüftchen weht, dann geniesse ich mit allen Sinnen: Die freie Sicht aufs Mittelmeer!Sie glauben mir nicht? Dann kommen Sie bei uns im Kuhstall vorbei und probieren es selbst aus! Text von David Heeb P.S. Zur Zeit ist die Kuhherde möglichst oft auf der Weide. Sollte es mal länger regnen, eröffnet sich im Kuhstall wieder die Möglichkeit, der freien Sicht aufs Mittelmeer zu frönen. Jetzt bestellen: Der nächste Verkaufsanlass findet am Freitag, 30. Juni 2023 von 16 bis 20 Uhr und Samstag, 1. Juli 2023 von – Achtung, spezielle Zeiten für dieses Mal - 14 bis 16 Uhr statt. Wann möchten Sie Ihre Köstlichkeiten abholen? Bitte Tag und Zeit nach Wunsch auf der Bestellung angeben. So haben wir gut Zeit für Sie und Sie mit uns. Wir freuen uns auf Bestellungen und Ihren Besuch und grüssen Sie freundlich! Ihre Kasteler Familien Stadler-Duperrex und Heeb Preisanpassung aufgrund stark gestiegener Kosten: Leider steigen nebst allen Lebens-haltungskosten auch unsere externen Produktionskosten, also Verarbeitung, Hilfsmittel, Energie, etc. laufend. Im vergangenen Monat gab es einen massiven Preisanstieg bei der Schlachtung und Verarbeitung in der Dorfmetzgerei. Daher müssen wir nun leider auch unsere Preise beim Fleisch und einzelnen weiteren Produkten entsprechend anpassen. Wir bitten um Verständnis und bieten weiterhin sehr nachhaltige Produkte in feinster Bioqualität an!
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Links und rechts

von/ durch Hof Kasteln am Apr 04 2023
Halten Sie die Heugabel links oder rechts? Ich wusste es nie. Klar, ich bin ja neu auf dem Hof, so ging es meist nicht um die Heugabel sondern um den Besen oder den Hockeyschläger. Immer mal wieder so und anders ausprobiert, aber beides fühlte sich nicht so richtig richtig an. Es ging schon, natürlich, ich konnte den Boden zufriedenstellend wischen, doch beim nächsten Einsatz wieder die Frage: Wie halte ich jetzt dieses Ding schon wieder? Und ist das überhaupt rechts oder links, wenn der Stiel nach links oben und die Borsten nach rechts unten schauen? In diesen Tagen gesellt sich zur Freude über die wachsende Armmuskulatur, die mich eine Etage Rolltreppe fliegen lässt, also ohne mit den Füssen den Boden zu berühren, ein weiteres gutes Gefühl: Es ist kurz nach 7 Uhr im Stall, die Kühe mampfen friedlich ihr Morgenheu, die jüngeren Kälber spielen Fangen im Strohhaufen und ich gable das frische Stroh mit der Mistgabel in jede Ecke und auf jeden Kuhfladen. Nach einer Viertelstunde merke ich, dass die Hände die Gabel automatisch “richtig” halten, jedenfalls fühlt es sich einfach passend an. Ich schwitze und strahle jetzt mindestens so wie das Morgenlicht, das uns bei der Stallarbeit nach dem dunklen Winter wieder begrüsst. Genau so muss es sein, wenn etwas ring von der Hand geht! Es braucht Zeit - und dazu weniger “Köpfchen” als vielmehr “Händchen”. Spüren statt denken. Und so lobe ich mir die Hofarbeit, die mir neben enorm vielen Einblicken in die Arbeit mit der Natur auch neue dynamische Balancen im Körper bringt. Denn nun wechsle ich manchmal ab und packe die Mistgabel anders rum an. Geht auch. Bei einigen Arbeiten ist es schwieriger für meine gefühlt starke linke Hand, etwas an meine untrainierte rechte Hand zu übergeben. Zum Beispiel im Rebberg beim winterlichen Reben schneiden, genauso aber mit der Papierschere. Kennen Sie das von Ihrem Alltag, sei es Zähne putzen, Türen öffnen, umrühren im Kochtopf? Wo immer ich es versuche, irgendwann geht beides. Nicht genau gleich, doch gut genug. Aus der vermeintlich “schwachen” rechten Hand ist eine willkommene Mitarbeiterin geworden. Übrigens: Mit welcher Hand halten Sie das Weinglas beim Trinken? Und beim Anstossen? Wer es gerade nicht weiss, darf alle Varianten ausprobieren, auch stereo, denn: Es hat endlich wieder Weisswein! Unser Weindepot ist gut gefüllt und wir freuen uns, die feinen Tropfen mit Ihnen zu teilen. Weiss oder rot, Apéro oder Dessert, Käse oder Eintopf, vollmundig oder trocken, zweihändiges Solo? Kommen Sie vorbei und finden Sie eine passende Weinbegleitung! SPEZIAL: Rund um den “Tag der offenen Weinkeller” bieten wir zusätzliche Zeiten zum Degustieren, Abholen und Verweilen: Freitag, 28. April: 16-20 Uhr Samstag, 29. April: 10-17 Uhr Montag, 1. Mai: 10-17 Uhr Geniessen Sie gern in der Gruppe? Perfekte Gelegenheit für ein kleines Treffen mit Degustation für Freunde oder Vereine. Apropos links und rechts, schon der Poet Ernst Jandl beobachtete: Manche meinen / lechts und rinks / kann man nicht velwechsrn. / Werch ein Illtum! In diesem Sinne, kommen Sie froh in den Frühling und kommen Sie im Frühling vorbei! Text von Martina Heeb
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Mandelblüten im Januar

von/ durch Hof Kasteln am Feb 01 2023
Liebe Kundinnen und Kunden Der erste Monat dieses Jahres ist bereits Geschichte, die Zeit läuft und läuft! Und dabei gewöhnen wir uns nebenbei zunehmend an die täglichen, meist unerfreulichen Schlagzeilen zum aktuellen Weltgeschehen. Immer häufiger ertappe ich mich beim «abschalten», weil die Nachrichten schwer erträglich sind, falls man jedenfalls genau hinhört und hinschaut. Den Fokus doch lieber auf die kleinen, lokalen Schätze richten (z.B. der Ausblick vom Rebberg wenn die Sonne durch den Morgennebel drückt, Kälber die übermütig durch das frische Stroh rennen oder frische Mandelblüten bestaunen) und sich am Gelungenen im Alltag freuen. Es ist einfacher, sich in der eigenen, kleinen Blase zu bewegen und wenigstens da zu versuchen, etwas zu bewirken und Sinnvolles zu tun. Wobei die Einflussmöglichkeiten oft auch hier auf dem Hof Kasteln an unerwartete Grenzen stossen: Am 9. Januar 2023 herrschte bei uns wechselhaftes Wetter: etwas Regen, relativ warm für die Jahreszeit und zwischendurch Sonnenschein. Auf dem Weg runter vom Mutterkuhstall entdeckte ich an geschützter Lage neben der Remise die ersten Mandelblüten am jungen Baum, die sich zaghaft entfalteten. Und dies in der ersten Januarhälfte im Schenkenbergertal! Solche Blüten sind wunderschön und normalerweise Grund zur Freude. Sie sind sehr gross, weiss oder zart rosa mit dezentem Duft! Aber diesmal einfach extrem früh, das Lächeln im Gesicht gefriert bei diesen Bedingungen! Soll ich mich nun an der Blütenpracht freuen oder mir Sorgen machen? Wir sind auf dem Hof sehr direkt abhängig von den Umweltbedingungen! Nach dem heissen und trockenen Sommer 2022 folgte ein langer Herbst, der dank Regen zum Glück auch nochmals Futter wachsen liess. Ein Teil der Einbussen durch die Sommertrockenheit konnte dadurch wett gemacht werden. Die Pflanzen verabschiedeten sich mit Reserven und in fortgeschrittenem Stadium in den kalten Dezember. Der sehr frühe Leset im vergangenen Jahr brachte aber auch reife und gesunde Trauben. Der Gärprozess verlief schnell und ohne Unterbruch. Wegen dem hagelbedingt kleinen Jahrgang 2021 warteten wir bereits mehrere Monate sehnlichst auf Wein-Nachschub. Seit Ende Januar sind wir nun zumindest wieder liquid beim Cuvée Blanche, die anderen Weiss- und Rotweine sollten bereits ab April/Mai zur Verfügung stehen. Hier beschert uns die Klimaveränderung also sogar einen Vorteil. Wir freuen uns und der Durst und Gluscht ist bereits ein wenig gestillt. Text von Bruno Stadler
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Kasteln ahoj!

von/ durch Hof Kasteln am Nov 07 2022
Liebe Kundinnen und Kunden Wie einige von euch erfahren haben, gab es auf Kasteln einen Personalwechsel. Ende Sommer sind Samuel und Tabea mit Alva an neue Wirkungsorte weitergezogen. Wir sind sehr glücklich, dass Familie Heeb seit Oktober auf Kasteln lebt und arbeitet. Sie stellen sich gleich selber vor: Kasteln ahoj! Es war schon lange unser Traum, naturnahe, vielseitige und innovative Landwirtschaft zu machen und umso grösser ist die Freude, dass wir auf Kasteln den Boden für unseren Traum und ein Zuhause für die Familie gefunden haben. Seit Anfang Oktober sind wir gemeinsam auf dem Hof tätig und freuen uns, Ideen, Tatkraft und Erfahrung einzubringen. Zuerst gibt es aber enorm viel zu lernen und zu beobachten. So ein spannender und wunderbarer Ort, den Bruno und Danièle gestaltet haben!  Davids Herzensgebiet ist die Arbeit mit der Natur und im Freien. Mit Ausbildungen als Mechaniker, Sozialarbeiter und Biobauer hat er einen facettenreichen Blick auf das Hofleben. Weshalb Bauer werden? «Es dünkt mich einfach so relevant». Sein Wunsch ist es, Landwirtschaft und Familie, Soziales und Handwerk auf einem vielfältigen Hof zusammenzubringen.Martinas Inspiration ist es, Sprachen der Natur und der Menschen zu verstehen, und draussen wilde Sachen zu sammeln, säen und singen. Nach dem Studium hatte sie lange mit Kommunikation und Organisation zu tun. Mittlerweile hat sie ihr Wirkungsfeld um Heilkräuter, Kraftlieder und Familie erweitert. Sie packt gerne an und freut sich deshalb besonders über das Eintauchen in die händische Hofarbeit.  Mit unseren drei Kindern Carlotta, Maurus und Viturin verbringen wir viel Zeit draussen und erkunden den Hof und die neue Gegend mit dem Velo oder querfeldein zu Fuss. Es gefällt allen gut hier und wir sind schon richtig angekommen in der Welt von Hof und Haus, Wald und Wiese, Tieren und Traktoren. Wir freuen uns, neben dem Hof auch die zugewandten Menschen kennenzulernen – bis bald! Text von Martina Heeb